Mais - vom Kern zum Kolben

Mais (Zea mays) gibt es in einer wunderbaren Vielfalt, die unterschiedliche Verwendungen findet. Man unterteilt ihn in verschiedene Kategorien: Hartmais, der unter anderem mit der Herstellung von Mehl in Verbindung gebracht wird, Grünmais aus dem häufig Tierfutter hergestellt wird und nicht zuletzt Silomais, der oft in Bioenergieanlagen eingesetzt wird. Für den Garten oder den Balkon ist jedoch vor allem der Gemüsemais interessant, auf den sich dieser Tipp bezieht!

Mais gehört zur Familie der Süßgräser wie auch Weizen, Reis oder Hirse. Er ist einjährig und kann je nach Sorte bis zu drei Metern hoch werden.

 

Aussaat  – Wann geht’s los?

Wer möchte kann den Mais schon im März bzw. April  auf der Fensterbank im Haus vorziehen. Lass die Körner ca. 8 Stunden im lauwarmen Wasser vorquellen, bevor du sie in der (Aussaat-)erde bettest. Wenn du mehrere Pflanzen in einer Schale oder einem Topf sähst, achte auf einen Pflanzabststand von etwa 5 cm und darauf, dass sie mit ungefähr zwei cm Erde bedeckt sind. Weil sie ordentliche Gesellen sind, lieben es die Maiskörner, mit der Spitze nach unten eingebuddelt zu werden. Wichtig, auch das Aussaatgefäß sollte schon min.10 cm tief sein, denn der Mais ist ein Tiefwurzler.

 

Raus ins Freie!

Wenn du den Mais nicht im Haus vorziehen möchtest, kannst du ihn nach dem letzten Frost (ca. Mitte Mai) direkt im Freiland aussäen. Hierbei gilt: Je mehr Sonne und Nährstoffe, desto glücklicher dein Mais. Egal, ob du Jungpflanzen oder Saatkörner ins Freie entlässt: Um eine bestmögliche Bestäubung zu gewährleisten (die Bestäubung erledigt hauptsächlich der Wind, einige Insekten helfen aber dabei), pflanz sie im Block, also sowohl hinter- als auch nebeneinander.  Ein Beispiel hierfür sind drei Reihen mit je drei Maispflanzen. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen und zwischen den Reihen sollte optimalerweise 45 cm betragen. Damit deine Mais-Schützlinge mit mehr Standfestigkeit durchs Leben stehen, kannst du um die Pflanze etwas Erde anhäufen, wenn sie 40-50 cm hoch sind. Wer weniger Maispflanzen pflanzt, wird durch eine unregelmäßige Bestäubung weniger Mais ernten.

Auch auf dem Balkon lässt sich Mais ziehen, dafür brauchst du einen Kübel mit einem Erdvolumen von mindestens 10 Litern. Auch hier, vor allem tief muss das Gefäß sein. Wer auf dem Balkon Mais ernten möchte, muss auch dafür sorgen, dass genüg Pflanzen zusammen stehen.

 

Mischkultur

  • Gute Nachbarn: Den Mais in der Nachbarschaft von Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kopfsalat, Kürbis, Melonen, Tomaten und  Zucchini zu pflanzen, begünstigt sein Wachstum und hält Schädlinge fern. Übrigens: Eine besonders lange Tradition hat der gemeinsame Anbau von Mais, Stangenbohnen und Kürbissen. Der Mais dient dabei als Rankhilfe für die Bohnen, während letztere ihn mit Stickstoff versorgen. Die großen Blätter der Kürbispflanze verhindern das Austrocknen des Bodens und schützen vor Erosion. Die Mayas nannten diese Pflanzenkombination "Drei Schwestern".
  • Ungeliebte Nachbarn: Lieber nicht zu nahe kommen sollte der Mais Sellerie und Rote Bete.

 

Vielfalt erhalten!

Die allermeisten in der industriellen Landwirtschaft angebauten Maisorten sind Hybride, die man nicht samenfest vermehren kann. Mais gehört  zu den ersten Kulturpflanzen, die gentechnisch verändert wurden. Wer gentechnikfreien Mais anbaut und das Saatgut vermehrt, hilft mit, die Vielfalt der Maissorten zu erhalten und setzt ein Zeichen gegen die Risiken der Agro-Gentechnik und der Monopolisierung von Saatgut.

Wenn du verschiedene Maissorten anbaust (und Saatgut vermehren möchtest), achte darauf, eine Kreuzung der Sorten zu verhindern, damit du am Ende Saatgut der Sorte erhältst, die du auch gepflanzt hast. Der Krezung kannst du Vorbeugen, indem du die Sorten räumlich trennst (Hecken, Mauern und Gebäude sind super Barrieren gegen den Pollenflug) oder Sorten anpflanzt, die nicht gleichzeitig blühen. Werfe auch mal einen Blick über den Zaun, um zu sehen, ob dein Nachbarn oder der Bauer nebenan Mais anbaut. Nicht, dass sich doch Gentechnik in dein Beet einschleicht!

Wo bekomme ich samenfesten, gentechnikfreien Mais und welche Sorten gibt es? Beispiele für diese Sorten sind sind Amarillo, Golden Bantam , Blauer Hopi-Mais, Erdbeermeis (super für leicht rosa Popcorn) oder Doux Miner. Auf der Seite der Aktion Bantam Mais findet ihr eine ganze Reihe von Bezugsquellen.

 

Erntezeit!

  • Für leckeren Süßmais findet die Ernte Ende Juli - in der sogenannten Milchreife - statt. Die Körner können gleich roh versnackt werden! Aber woher weiß ich ob der Mais in der Milchreife steckt? Wenn die Härchen oben am Kolben braun werden, kann man testen. Dafür einfach mit dem Fingernagel in ein Maiskorn stechen. Ist die austretende Flüssigkeit milchig-weiss ist der Mais erntereif, ist die Flüssigkeit durchsichtig, sollte man ihn noch etwas stehen lassen. Der Mais sollte auf keinen Fall zu lange stehen gelassen werden, sonst wird er zäh.
  • Zur Saatgutgewinnung: Die Kolben können im Oktober geerntet werden, sobald die Blätter um die Kolben braun geworden sind. Die Blätter werden abgezogen und die Kolben einige Tage zum Trocknen an einem warmen, gut durchlüfteten Ort aufgehängt. Danach kannst du die Körner von den Kolben piddeln und fertig trocknen lassen. Beim Mais wird jedes Korn einzeln befruchtet, daher kann es sein, dass einige der geernteren Körner aus Einkreuzungen stammen. Wenn du also Körnchen findest, die sich optisch von den anderen untertscheiden (Ziermais ist beispielswiese rötlich oder bläulich gefärbt), sortiere sie aus.

 

Lagerung

Am besten erntest du Mais am gleichen Tag, an dem er auch verarbeitet werden soll, da er beim Aufbewahren schnell an Süße verliert (der Zucker wird in Stärke umgewandelt). Nichtsdestotrotz hält er sich im Kühlschrank in den eigenen Blättern eingepackt bis zu zwei Wochen. 

 

Rezepttipps

  • Maisplätzchen: Zwei Maiskolben werden ca. 6 min gekocht. Danach trennst du die Maiskörner vom Strunk und mischst sie mit 2 Eiern, 1 EL Currypaste und fügst 4 EL Mehl, 2 EL Sojasauce, 2 Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten) und etwas Salz hinzu. In einem Wok erhitzt du Öl zum Frittieren und schubst löffelweise den Maisteig hinein. Wenn die Plätzchen goldbraun sind, sind sie fertig!
     
  • Basis-Polenta: Maiskörner im Blender einige Minuten pürieren, sodass die feste Haut der Körner zerkleinert ist. Die entstandende Paste lässt du in einem Topf bei niedriger Temperatur 10-15 min garen. Das Ziel ist die Konsistenz von Kartoffelpüree, um die zu erreichen kannst du Wasser oder Milch hinzugeben. Die Polenta kann durch verschiedenste Gewürze aufgepeppt werden. Sie schmeckt gut als Beilage zu mediterranen Gemüse.